Auto-Leasing: Der Bumerang trifft die Händler

Ein teures Auto zu fahren war noch nie so einfach. Daran ist nicht einmal die Finanzkrise schuld. Schon seit Jahren buhlen die Autohändler um Kunden. Ziel der Händler ist nicht unbedingt der Fahrzeugverkauf an einen Kunden – auch Leasingverträge standen hoch im Kurs der Autohändler. Doch inzwischen schlägt diese Geschäftspolitik zurück. Was als Gelddruckmaschine genutzt wurde, trifft heute die Autohändler wie ein Bumerang. Fast jedes am Ende des Leasingvertrages zurückgegebene Auto bringt dem Händler hohe Verluste ein.

Wie der ADAC in seinem Magazin „ADAC motorwelt 3/2009“ berichtet, sind inzwischen zwei Drittel aller Autos in Deutschland geleast. Für beide Partner ist dies scheinbar ein lukratives Geschäft. Der Kunde erhält ein neues Fahrzeug. Die monatlichen Kosten für seine Mobilität sind kalkulierbar, da das Fahrzeug sich meist über die gesamte Leasingzeit noch in der Garantiezeit befindet. Lediglich routinemäßige Werkstattaufenthalte fallen an. Und je nach Leasingvertrag sind diese Kosten bereits in der Leasingrate enthalten.

Nach dem Ende des Leasingzeitraumes gibt der Kunde das Fahrzeug zurück und der Händler kann das Fahrzeug als Gebrauchtwagen verkaufen. Normalerweise mit einem satten Gewinnaufschlag. Normalerweise.

„Der Preisverfall im letzten Jahr war wahnsinnig“, so Caterine Batdorf, eine vom ADAC befragte Geschäftsführerin eines BMW-Händlers aus dem Raum München. So rechnet der ADAC vor, dass für eine 42 000 Euro teure E-Klasse eine Leasingrate von 770 Euro monatlich zu bezahlen sind. Nach drei Jahren Leasingdauer hat der Kunde 27 720 Euro bezahlt. Nach dieser Rechnung müsste der Gebrauchte also mindestens 14 000 Euro Restwert dem Händler in die Kasse bringen. Doch sind diese Preise derzeit kaum auf dem Markt zu erzielen. Hersteller wie Mercedes, Audi oder BMW gingen bisher davon aus, dass ein drei Jahre alter Leasingrückläufer noch einen Restwert von 53 Prozent des Listenneupreises erzielt. In der Vergangenheit war dies der Fall, die Preise stiegen von Jahr zu Jahr. Doch auch diese Blase ist geplatzt. Nahezu jeder Leasingrückläufer ist derzeit ein Verlustgeschäft für den Händler. So gibt der ADAC an, dass ein Mercedes E220 CDI 2007 noch 59 Prozent, 2009 nur knapp 50 Prozent kalkulierter Restwert erzielt.

So ist der Ruf der deutschen Automobilhändler nach Hilfe durch die Mutterkonzerne groß. Diese sollen sich stärker als bisher an den Risiken der Leasingverträge beteiligen. Dem ADAC zu Folge hat BMW beispielsweise eine Milliarde Euro für Verluste zurückgestellt. Mercedes soll in ähnlicher Höhe Rückstellungen gebildet haben. Doch dieses Geld ist ausschließlich für Händler in den USA bestimmt.

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