Das Phantom von Heilbronn

Nun ist es also raus: Das „Phantom von Heilbronn“ ist nach einem DNA-Test eine Mitarbeiterin der Firma, die die Wattestäbchen für die Spurensicherung verpackt. Komisch? Aber sicher!
Wir erinnern uns: Im April 2007 hat auf der Heilbronner Theresienwiese ein unbekannter eine 22 Jahre alte Polizistin erschossen und deren 24 Jahre alten Kollegen schwer verletzt. Eine großangelegte Ermittlung der Polizei brachte kaum neue Erkenntnisse. Geschweige denn konnte der Täter ermittelt werden. Dann die Nachricht: Bei der verdächtigten Täterin handelt es sich um das „Phantom“. Dieses „Phantom“ wird schon seit Jahren verdächtig, regelmäßig und unterschiedliche Straftaten begangen zu haben. Von einfacher Beschaffungskriminalität in abgelegenen Gartenlauben bis hin zum Polizistenmord. Eine Frau ohne Gesicht – ein Monster.
Im Dezember 2008 wurde die unbekannte Verbrecherin weiterhin verdächtigt, an dem Tod einer 45 Jahre alten Krankenpflegerin in Weinsberg (Kreis Heilbronn) beteiligt gewesen zu sein. Im April 2008 verdächtigte man die Unbekannte in Oberstenfeld-Gronau in ein Wohnhaus eingebrochen zu sein, während die 42 Jahre alte Bewohnerin und ihre drei Töchter schliefen. Es wurden Wertgegenstände im Gesamtwert von mehreren tausend Euro erbeutet. Man wusste nur eines: Die Unbekannte Frau war sehr mobil, hielt sich aber größtenteils in Süddeutschland und dem angrenzenden Frankreich auf. Zwischenzeitlich wurden für die Ergreifung der sechsfach Mordverdächtigten 300.000 Euro Belohnung ausgesetzt. Vergeblich. Das Phantom blieb ohne Gesicht. Bis heute.
Wie der „stern.de“ berichtet, soll es sich bei der gefundenen DNA um die einer Mitarbeiterin handeln, die bei einem Hersteller für Medizinalbedarf als Packerin arbeitet. Unwissentlich hat die Mitarbeiterin die sterilisierten Wattestäbchen mit ihrer eigenen DNA verunreinigt. Die Hamburger Firma soll nach Informationen der „Bild“-Zeitung die Dienststellen in verschiedenen Bundesländern sowie Frankreich und Österreich beliefern.
Wie die dpa berichtet, drängt nun die Gewerkschaft der Polizei (GdP) auf schnelle Aufklärung. Der baden-württembergische GdP-Vorsitzende Josef Schneider sagte der Nachrichtenagentur, wenn es sicher sei, dass die Spuren von einer Dame stammten, die die Wattestäbchen verpackt habe, so sei dies „eine sehr peinliche Geschichte.“
Erste Zweifel, so berichtet spiegel-online, war den Ermittlern gekommen, als sie die Identität einer verbrannten Leiche klären wollten. Der Verdacht, dass es sich dabei um einen im Jahr 2002 verschwundenen Asylbewerber handeln könnte, wurde gemäß DNA-Analyse nicht bestätigt. Die Spur führte wieder zur „Phantommörderin“ und mit ihr zur Verpackerin der Wattestäbchen.

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