Genmaissorte MON 810 der Firma Monsanto darf in Deutschland nicht mehr angebaut werden

Wir schreiben heute den 14. April 2009. In der Regel beginnen die Landwirte Mitte April mit der Mais-Aussaat. Aus diesem Grund war es Regierungsentscheidung in letzter Sekunde, dass die Maissorte MON 810 der Firma Monsanto in Deutschland nicht mehr angebaut werden darf. Dies hat heute die Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner entschieden. Auf knapp 3600 Hektar sollte die genveränderte Pflanze angebaut werden.

„Die Bundesländer werden umgehend über diese Maßnahme informiert und werden die Einhaltung des Verbots überwachen“, so die Ministerin. Aigner will den Anbau und Verkauf von Genmais in Deutschland verbieten. Das gab sie am Vormittag auf einer Pressekonferenz bekannt. „Meine Entscheidung ist entgegen anderslautender Behauptungen keine politische Entscheidung“, so Aigner. „Es ist eine fachliche Entscheidung und dies muss es aus rechtlichen Gründen auch sein.“
Studien aus Luxemburg für ein nationales Verbot von MON 810 hätten den Ausschlag gegeben. Laut dem Ministerium gibt es Risiken für bestimmte Schmetterlinge, Marienkäfer und Wasserorganismen. Gleichzeitig betonte die Ministerin, sie wolle das Verbot nicht als Grundsatzentscheidung im Bereich grüne Gentechnik verstanden wissen.
Der Mais des Saatgutunternehmens Monsanto ist derzeit die einzige Genpflanze, die Bauern anbauen dürfen. Durch eine Genveränderung sollen Maispflanzen der Sorte MON 810 eine höhere Resistenz gegenüber Schädlingen wie dem Maiszünsler – einen Schmetterling – erhalten. Durch dieses Gen wird die Pflanze gegen die Schädlingslarven resistent.  Die gentechnisch veränderte Maissorte MON 810 des US-Herstellers Monsanto, ist seit 1998 in der EU zugelassen. österreich, Frankreich, Ungarn, Luxemburg, Griechenland haben den Anbau verboten. In Deutschland ist MON 810 seit 2005 erlaubt.
Der Maiszünsler sorgte vor allem in Süddeutschland für Probleme im Maisanbau. Aber auch im Oderbruch und südlich von Berlin gibt es „Befallsinseln“. Da er wenig natürliche Feinde hat und in den Maisfeldern ideale Lebensbedingungen vorfindet, wandert der kleine Falter seit etwa 1930 immer weiter Richtung Norden. In Mecklenburg-Vorpommern hat er inzwischen die Ostseeküste erreicht und erstmalig 2006 wurde auch in Niedersachsen Befall festgestellt. Vom Schädling nicht betroffen ist nur noch Schleswig-Holstein.
Gegen den Maiszünsler ist in Deutschland ein einziges Insektizid zugelassen. Der besonders Trick des Maiszünslers: Nachdem sie aus den Eiern geschlüpft sind, fressen sich die Raupen schnell in den Stängel der befallenen Maispflanze. Dort sind sie sicher – sowohl vor natürlichen Feinden wie vor Insektiziden, mit denen die Landwirte üblicherweise Fraßschädlinge bekämpfen.
Greenpeace und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) begrüßten nach Presseangaben das Verbot. Die Gentechnik-Expertin von Greenpeace, Stephanie Töwe, sagte, die Entscheidung sei längst überfällig. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegten, dass der Genmais eine Gefahr für die Umwelt darstelle. Nun müsse Aigner auch in Brüssel gegen die Neuzulassung ähnlicher Genmaissorten in der EU stimmen.

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