Chronik: Die Opel-Rettung (Teil 8)

25.05.2009: Die Zeit drängt. Die Bundesregierung will zur Wochenmitte die Weichen für die Rettung des angeschlagenen Autobauers Opel stellen. Ein Supergipfel aller beteiligten Bundesminister, Vertreter der Länder mit Opel-Standorten sowie Vertreter der drei Bieter unter Leitung von Bundeskanzlerin Angela Merkel wird im Kanzleramt geplant. US-Präsident Barack Obama sieht die Zukunft des Konzerns inzwischen etwas zuversichtlicher. Das Engagement der US-Regierung liege inzwischen bei rund 15 Milliarden Euro.
Der Zweikampf zwischen Fiat und Magna geht weiter. Beide Bieter signalisierten am Wochenende Nachbesserungen vor allem bei Stellenabbau in Deutschland. Der offener Streit über die Möglichkeit einer Insolvenz von Opel innerhalb der großen Koalition gerät immer mehr an die öffentlichkeit.
 
24.05.2009: Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) fordert die drei Opel-Bieter in einem Handelsblatt-Interview auf, die Ernsthaftigkeit ihrer Angebote durch den Einsatz eigenen Kapitals zu untermauern. „Wir wollen motivierte Unternehmer als neue Eigentümer haben. Der beste Weg diese Motivation zu zeigen ist, dass man selbst etwas riskiert.“ GM räumt ein, weitere vier Milliarden Dollar aus Washington für die Schuldentilgung an Zulieferer und Händler erhalten zu haben. Die Staatshilfen an die Autobauer in Detroit überschreiten nun 30 Milliarden Dollar.
 
23.05.2009: Im ersten Interview nach seiner Wiederwahl bezeichnet Bundespräsident Horst Köhler Staatshilfen für den angeschlagenen Autobauer Opel nur bei einem überzeugenden Rettungskonzept als „vertretbar“. US-Präsident Barack Obama zeigt sich zuversichtlich, dass die angeschlagene Opel-Mutter General Motors nach der Sanierung wieder auf den Erfolgsweg zurückfindet.
 
22.05.2009: General Motors droht im Kampf gegen eine Insolvenz ein schwerer Rückschlag. Die US-Regierung forderte die Gläubiger erneut zu Zugeständnissen auf. Jeder müsse etwas beitragen, so auch die Kreditgeber, sagte Austan Golsbee, Wirtschaftsberater von Präsident Barack Obama. Die Gläubiger des US-Autobauers wollen den vorgeschlagenen Umtausch ihrer Schulden in Unternehmensteile jedoch ablehnen
Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers (CDU) lehnt das Magna-Konzept ab. Das Land Nordrhein-Westfalen könne nicht zustimmen. Grund sind die Pläne von Magna, vor allem im Bochumer Werk Stellen zu streichen.
Opel-Mitarbeiter wollen die Liquidität ihres Arbeitgebers durch Lohnverzicht sichern. Die Belegschaft im Stammwerk Rüsselsheim und im Testzentrum im hessischen Rodgau-Dudenhofen werde im Mai und Juni jeweils 1,5 Tage arbeiten, ohne dafür Geld zu erhalten, so Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz. Im Gegenzug sollen die Mitarbeiter zwischen Weihnachten und Neujahr sechs Tage bezahlten Sonderurlaub nehmen dürfen. „Die Verzinsung beträgt also 100 Prozent“, so der Opel-Gesamtbetriebsratschef.

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