Chronik: Die Opel-Rettung (Teil 7)

21.05.2009: GM einigt sich mit der Gewerkschaft im Ringen um Milliardenforderungen für den Gesundheitsfonds der Betriebsrentner und um niedrigere Lohnkosten. Größte ungeklärtes Problem ist für General Motors nun noch der milliardenschwerer Streit mit den Gläubigern.
Die italienische Zeitung „La Stampa“ zitiert den Fiat-Chef Sergio Marchionne: „Bei Opel haben wir eine Wahrscheinlichkeit von über 50 Prozent, zum Zug zu kommen.“ Das Turiner Fiat-Angebot gelte für das europäische Geschäft der deutschen General-Motors-Tochter und deren britische Schwester Vauxhall. Einzelheiten waren nicht zu erfahren. Der österreichisch-kanadische Autozulieferer Magna legte laut der „Rheinischen Post“ zusammen mit dem russischen Autobauer Gaz ein übernahme-Konzept beim Bundeswirtschaftsministerium vor.
 
20.05.2009: Details über den wahrscheinlichen Ablauf einer drohenden Insolvenz von General Motors werden bekannt. So verlautet, dass die gesunden Teile der Opel-Mutter in ein neues Unternehmen ausgegliedert werden sollen, das zunächst der US-Regierung gehört. Ziel der US-Regierung sei die schnelle Schaffung einer gesunden Unternehmenseinheit, damit Kunden das Vertrauen in die Marke GM nicht verlieren und weiter deren Autos kaufen.
Heute um 18 Uhr endet die Frist für die Konzeptvorlage potenzieller Opel-Investoren. Die Entscheidung über einen Investor für den Autobauer Opel wird nach Einschätzung von Betriebsratschef Klaus Franz einige Zeit in Anspruch nehmen. „Dieser Prozess wird mehrere Wochen dauern, bis man sich auf einen finale Entscheidung einigt“, so Franz.
 
19.05.2009: Vertreter der Bundesregierung und deutscher Banken haben sich eine Brückenfinanzierung für Opel geeinigt, wie es aus Regierungskreisen in Berlin verlautet. Die Investorenfrage muss noch geklärt werden.
Unterdessen versucht Fiat-Chef Sergio Marchionne die Gewerkschaften auf seine Seite zu ziehen. Wie die IG Metall in Frankfurt am Main bestätigte, wird sich Gewerkschaftschef Berthold Huber am Dienstag mit Marchionne zu einem Gespräch treffen.
Auf die Frage, ob Opel unter allen Umständen durch die Bundesregierung gerettet werde, antwortete Unions Fraktionschef Volker Kauder in einem Handelsblatt-Interview: „Nein. Auch die Treuhand-Lösung ist keine Bestandsgarantie für Opel. Wenn am Ende keine Lösung mit einem der beiden Investoren, Fiat oder Magna, gefunden wird, ist eine geordnete Insolvenz von Opel natürlich weiter möglich.“

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