Chronik: Die Opel-Rettung (Teil 10)

01.06.2009: Zwei Tage nach der Rettung von Opel hat der US-Mutterkonzern General Motors Insolvenz angemeldet. US-Präsident Obama sieht GM-Pleite als Chance. Die neue Opel-Treuhandgesellschaft soll von dem Frankfurter Rechtsanwalt und Sanierungsexperten Alfred Hagebusch und GM-Europe-Vizechef Eric Stevens geleitet werden. Dies meldet das Handelsblatt.
 
30.05.2009: 80 Jahre nach der übernahme durch GM steht Opel damit vor der Loslösung vom US-Autobauer: Der kanadisch-österreichische Zuliefererkonzern Magna hat den monatelangen Bieterkampf um Opel für sich entschieden. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD): „Ich kann Ihnen sagen, dass eine Lösung gefunden worden ist.“ Magna hat das Rennen geschafft hat. Mehr Eigenkapital, keine Dividendenausschüttungen und die Einigung auf die wesentlichen Details der Treuhandgesellschaft mit dem Mutterkonzern GM und der US-Regierung lauten die Verbesserungen im Vergleich zum Ursprungskonzept. Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU): „(Er) persönlich sei zu einer anderen Einschätzung des Risikos gekommen“ und befürworte weiterhin eine Planinsolvenz für den siechen Autobauer. Opel-Investor Magna will nach Angaben von Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) innerhalb von fünf Jahren rund 500 Mio. Euro „ohne irgendeine Form von Sicherheit“ in Opel investieren. Im Gegenzug würden in den deutschen Werken „etwas mehr als 2 000 Arbeitsplätze“ gestrichen.
 
29.05.2009: Der Autozulieferer Magna legt ein neues Konzept für eine Opel-übernahme vor und ist mit der Konzernmutter General Motors einig geworden. Viele Details sind dennoch offen. Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg in Berlin: „Es gibt neue Vorstellungen von Magna. Die werden derzeit mit GM noch verhandelt und gleichzeitig auch von uns überprüft.“
 
28.05.2009: Supergipfel im Kanzleramt. In einer heißen Nachtsitzung gelang es der Bundesregierung nicht, eine überbrückungsfinanzierung für Opel sicherzustellen. Wirtschaftsminister zu Guttenberg und Finanzminister Steinbrück machten die US-Seite dafür verantwortlich. General Motors habe finanzielle Nachforderungen gestellt. Die Bundesregierung verlangt ihrerseits eine Garantie für alle vier Standorte in Deutschland. Das Handelsblatt meldet, dass die Interessenten Fiat und Magna eingewilligt hätten, der Mitbieter RHJ ausgestiegen sei.

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