Noa Bank – und das Ende des alternativen Kreditinstitutes

Die Geschäftsidee war nicht neu – aber dennoch hatte sie Ende letzten Jahres für großes Aufsehen gesorgt: Die Gründung eines alternativen Kreditinstitutes, das sich Transparenz und das Verpechen „Keine Spekulation“ auf die Fahnen geschrieben hat. Die Noa Bank, gegründet vom Belgier François Jozic wollte dieses Ziel mit dem Auftrag an die Sparer erreichen, die selbst entscheiden sollten, wie ihr Geld angelegt werden sollte. Die Kredite, die mit den Spareinlagen gegeben werden, sollten hauptsächlich an Mittelständler aus der Region, an Kultur-, Gesundheits- oder Umweltprojekte fließen. Und um potentielle Sparer zu finden, bot die Noa Bank überdurchschnittlich gute Zinsen. Gutes mit seinem Geld tun und dafür 2,2 Prozent Zinsen auf ein Tagesgeld zu bekommen – wer kann dazu schon Nein sagen? Insgesamt soll die Noa Bank laut dem Spiegel in so kurzer Zeit Spareinlagen in Höhe von fast 300 Millionen Euro von 15 000 Sparern erhalten haben.

Doch um Zinsen vergeben zu können, müssen Kredite ausgegeben werden und vor allem: Auch zurückbezahlt werden. Und genau hier war das Problem der Bank: Nur rund 60 Millionen Euro waren verliehen. Für die Spareinlagen müssen aber trotzdem Zinsen an die Sparer bezahlt werden. Im April stoppte daher die Noa Bank die Aufnahme von neuen Spareinlagen.

Nun ringt die Noa Bank um die Existenz. Die oberste Deutsche Finanzaufsicht (BaFin) hat der Bank bis auf weiteres verboten, neue Spareinlagen entgegenzunehmen oder Kredite auszugeben. Die BaFin begründet ihre Entscheidung mit der dünnen Eigenkapitaldecke der Bank. Nun liegt es an der Bank, neue Kapitalgeber zu finden.

Es wundert einem, dass die BaFin überhaupt zugelassen hat, dass diese Bank im letzten Jahr an den Start gegangen ist – aktuell bemängelt sie neben der Eigenkapitaldecke auch die Führungsqualitäten der Manager. Beide Punkte sollten schon im letzten Jahr bekannt gewesen sein. Vielleicht nicht bekannt ist die Vergangenheit des „Bankmanagers“ Jozic. Lau Recherchen des Spiegels soll der Bankenrebell in der Vergangenheit sich bereits einen zweifelhaften Ruf erworben haben: Seine früheren Firmen hätten unter anderem zur Kundenakquise Drückerkolonnen eingesetzt.

Vom Saulus zum Paulus?

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