Gewinner der Rezession

Ich lese gerne Bücher und Artikel, in denen es darum geht, wie ich in 20 Jahren Millionär werde. Es macht mir einfach Spaß, auch wenn die Empfehlungen sich immer gleichen. Jeder Autor schlägt vor, täglich ein bis zwei Euro zur Seite zu legen, die dann an der Börse fest anzulegen (wie auch immer das gehen soll) und in der Tat, so kann ich es schaffen. Vielleicht nicht in 20 Jahren, aber wenn ich jeden Tag meines Berufslebens Geld zur Seite gelegt hätte, wäre zumindest ein schönes Sümmchen in meinem Sparstrumpf.
Die Frage, die sich einem förmlich aufdrängt, ist folgende: Woher das Geld nehmen? Fast alle Autoren schlagen vor, am Essen zu sparen. Der morgendliche Gang zum Bäcker, Starbucks oder in den Kaffee-Shop kann ausfallen, wenn ich mir ein Pausenbrot selbst zubereite und in der Tat, diese Euros kann ich sparen. Aber will ich beim Essen sparen?

Die Amerikaner machen es uns vor. Gewinner an der Wall Street waren im Krisenjahr 2008 nur zwei der 30 US-Konzerne: Der Billig-Einzelhändler Wal-Mart – und McDonald´s. Beide Konzerne schlossen mit einem positiven Ergebnis ab. Mc Donald´s meldete 2008 einen Gewinn von 4,5 Prozent. Im Mai 2009 wurde der Umsatzanstieg von 5,1 Prozent veröffentlicht. Mehr, als die Analysten erwartet hatten.

Der Grund liegt auf der Hand: Das Essen im Burger-Laden ist – zumindest in Amerika – spottbillig. Dagegen wurden gesunde Lebensmittel seit Jahrzehnten immer teurer. Statistiken des US-Arbeitsministeriums zufolge ist Butter in den letzten Jahren um 29 Prozent im Preis gestiegen, Gemüse um 41 und Obst gar um 46 Prozent. Bier nur um 15 Prozent. Und die zuckrige Coca-Cola ist dagegen um 33 Prozent billiger geworden.

Der größte Biosupermarktkonzern der USA, eine Firma namens Whole Foods, kämpft derzeit um jeden Kunden. Im ersten Quartal sank der Konzerngewinn um 32 Prozent. Der Umsatz fiel von 40 auf 27 Millionen Dollar. Im Rezessionsgeplagten Amerika können sich große Teile der Bevölkerung einfach kein gesundes Essen mehr leisten. Ein Cheeseburger-Menü ist schlicht billiger als ein Obst und Salat.

Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC waren bereits mehr als 72 Millionen Menschen (34 Prozent der erwachsenen US-Bürger) übergewichtig. Unter den Kindern gelten 16 Prozent als übergewichtig. Wenig gespannt sind die Forscher auf die Zahlen und deren Veränderung in der Rezession. Diese werden erst 2010 auswertbar sein, doch dass der Trend nach oben zeigt, darüber sind sich die Forscher schon heute im klaren.

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Chronik: Die Opel-Rettung (Teil 11)

04.06.2009: Der bisherige Mutterkonzern General Motors setzt enge Grenzen für die ehemalige Tochter: Die beiden wichtigen Auslandsmärkte China und USA bleiben für den deutschen Autobauer vorerst tabu. Nach Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz ist die Expansion im Osten mittelfristiges Ziel. Opel wurde bisher von GM in China mit einem kleinen Händlernetz geduldet. Magna-Eigentümer Frank Stronach: „Die Vereinbarung mit GM verbietet uns Opel-Verkäufe in den USA.“
 
03.06.2009: Die Vorfinanzierung des überbrückungskredites durch den Staat vom 02. Juni gerät in die Kritik. Magna selbst hält einen Ausstieg aus der Opel-Rettung noch immer für möglich, wie der Konzern mitteilte. Plan B durch die Bundesregierung: Wenn es nicht zu einem erfolgreichen Vertragsabschluss zwischen GM und Magna kommt, könnten die chinesischen Interessenten BAIC zum Zuge kommen. Aber auch die Fiat-Führung habe der Bundesregierung signalisiert, dass sie weiter Interesse an einem Einstieg bei Opel habe.
Wie die „Financial Times Deutschland“ berichtet, haben die Verhandlungspartner auf der Seite von GM versucht, 334 Millionen Euro Steuergelder abzuzweigen. Berater des Wirtschaftsministers hätten kurz vor der entscheidenden Sitzung noch einen Passus im Kleingedruckten. Direkt im Anschluss an die Einrichtung der Kreditlinie sollte das Geld auf einem Konto auf den Cayman Islands landen. Dieser Punkt wurde dann aus den Verträgen gestrichen. GM behauptet, es sei ein Versehen gewesen.
 
02.06.2009: Opel erhält die kurzfristig benötigten 300 Millionen Euro aus einem staatlich verbürgten überbrückungskredit und bleibt damit zahlungsfähig. Massive Kritik von SPD-Seite an Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg. „Die Bundesregierung ist einschließlich Herrn Guttenberg in einer Gesamtbetrachtung zu dem Ergebnis gekommen, dass diese Lösung, die wir jetzt haben, ehrgeizig und konstruktiv verfolgt werden sollte“, sagte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) dem Deutschlandfunk. Kritik an zu Guttenberg kam auch von Opel-Betriebsratschef Klaus Franz. Bei seinem Plädoyer für eine geordnete Insolvenz habe Guttenberg „als Jurist argumentiert und nicht als jemand, der sich in der Automobilindustrie auskennt“, so der Betriebsratschef am Dienstag im „ZDF-Morgenmagazin“.
Der italienische Autobauer Fiat, der beim Poker um Opel den Kürzeren gezogen hat („brasilianischen Seifenoper im Wahljahr“, so Fiat-Vorstandsvorsitzender Sergio Marchianonne), widmet sich nun Chrysler. In den USA wurde Fiat die übernahme von Chrysler genehmigt.

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Chronik: Die Opel-Rettung (Teil 4)

04.05.2009: Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg erklärt, Fiat wolle die drei deutschen Opel-Standorte Rüsselsheim, Bochum und Eisenach im Fall einer übernahme von Opel erhalten. Die Zukunft des Werkes in Kaiserslautern sei noch offen.
 
03.05.2009: „Jeder Interessent an Opel muss ein Konzept vorlegen, das langfristig trägt. Auf finanzielle Abenteuer zu Lasten des Steuerzahlers dürfen wir uns nicht einlassen. Das Konzept muss klar machen, dass die Opel-Standorte in Europa, die erhalten werden sollen, dadurch langfristig gesichert sind.“, so Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Eine staatliche Beteiligung an Opel sei  für ihn nicht vorstellbar, so Guttenberg weiter. Es könne höchstens um eine zeitlich begrenzte Verbürgung von Darlehen gehen.
 
01.05.2009: Bedingt durch die große Nachfrage nach dem neuen Spitzenmodell „Insignia“ legt das Opel Rüsselsheimer Stammwerk erneut Sonderschichten ein.
 
29.04.2009: „Wir reden nicht von einem Einstieg, wir sagen, wir wollen helfen“, so Magna – Verwaltungsratschef Frank Stronach in einem Interview der „Kleinen Zeitung“ (österreich). „Wenn es einem Kunden schlecht geht, schauen wir immer, ob wir etwas tun können“, so Stronach weiter. „Wir beliefern Opel und es muss in unserem Interesse sein, dass es Opel gut geht. Der Markt darf nicht verloren gehen.“
 
28.04.2009: Magna legt ein erstes Grobkonzept für das Opel-Engagement vor. Demnach strebt Magna ein Drei-Säulen-Modell an: Demnach will Magna eine „namhafte Minderheitsbeteiligung“ übernehmen. GM selbst soll weiter mit einem Anteil von knapp 50 Prozent beteiligt bleiben. Einen Anteil von rund 30 Prozent sei für den russischen Investor Oleg Deripaska vorgesehen.
 
27.04.2009: Fiat zeigt sich im Falle einer übernahme beim Namen des neuen Konzerns äußerst kompromissbereit, berichtet Spiegel Online auf Berufung auf Kreise in Turin. „Das neue Unternehmen kann Fiat/Opel heißen oder Opel/Fiat, das ist nicht wichtig“, berichtete der Dienst weiter. „Es geht nicht um nationale Eitelkeiten, sondern um ein Projekt intelligenter europäischer Industriepolitik. Jemand musste die Initiative ergreifen, im Interesse von allen.“

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Chronik: Die Opel-Rettung (Teil 10)

01.06.2009: Zwei Tage nach der Rettung von Opel hat der US-Mutterkonzern General Motors Insolvenz angemeldet. US-Präsident Obama sieht GM-Pleite als Chance. Die neue Opel-Treuhandgesellschaft soll von dem Frankfurter Rechtsanwalt und Sanierungsexperten Alfred Hagebusch und GM-Europe-Vizechef Eric Stevens geleitet werden. Dies meldet das Handelsblatt.
 
30.05.2009: 80 Jahre nach der übernahme durch GM steht Opel damit vor der Loslösung vom US-Autobauer: Der kanadisch-österreichische Zuliefererkonzern Magna hat den monatelangen Bieterkampf um Opel für sich entschieden. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD): „Ich kann Ihnen sagen, dass eine Lösung gefunden worden ist.“ Magna hat das Rennen geschafft hat. Mehr Eigenkapital, keine Dividendenausschüttungen und die Einigung auf die wesentlichen Details der Treuhandgesellschaft mit dem Mutterkonzern GM und der US-Regierung lauten die Verbesserungen im Vergleich zum Ursprungskonzept. Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU): „(Er) persönlich sei zu einer anderen Einschätzung des Risikos gekommen“ und befürworte weiterhin eine Planinsolvenz für den siechen Autobauer. Opel-Investor Magna will nach Angaben von Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) innerhalb von fünf Jahren rund 500 Mio. Euro „ohne irgendeine Form von Sicherheit“ in Opel investieren. Im Gegenzug würden in den deutschen Werken „etwas mehr als 2 000 Arbeitsplätze“ gestrichen.
 
29.05.2009: Der Autozulieferer Magna legt ein neues Konzept für eine Opel-übernahme vor und ist mit der Konzernmutter General Motors einig geworden. Viele Details sind dennoch offen. Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg in Berlin: „Es gibt neue Vorstellungen von Magna. Die werden derzeit mit GM noch verhandelt und gleichzeitig auch von uns überprüft.“
 
28.05.2009: Supergipfel im Kanzleramt. In einer heißen Nachtsitzung gelang es der Bundesregierung nicht, eine überbrückungsfinanzierung für Opel sicherzustellen. Wirtschaftsminister zu Guttenberg und Finanzminister Steinbrück machten die US-Seite dafür verantwortlich. General Motors habe finanzielle Nachforderungen gestellt. Die Bundesregierung verlangt ihrerseits eine Garantie für alle vier Standorte in Deutschland. Das Handelsblatt meldet, dass die Interessenten Fiat und Magna eingewilligt hätten, der Mitbieter RHJ ausgestiegen sei.

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Chronik: Die Opel-Rettung (Teil 9)

27.05.2009: General Motors spaltet Opel rechtlich ab. Die Unternehmenswerte wie die europäischen Werke, die Patente und der Zugriff auf Technologien wurden auf die deutsche Tochter Adam Opel GmbH schuldenfrei überschrieben. Im Falle einer Treuhandlösung möchte GM allerdings 35 Prozent der Anteile an Opel behalten.
Vernichtendes Urteil der Berater der Bundesregierung über die Konzepte der Bieter für Opel: Sie empfehlen der Bundesregierung  deshalb, keinesfalls bereits in der Nacht zum Donnerstag einen Bieter auszuwählen. „Eine Vorfestlegung wäre eine Katastrophe“, berichtet das Handelsblatt. Das Magna-Konzept gerät in die Schusslinie. Magna fordert Bürgschaften der öffentlichen Hand für Kredite im Umfang von 4,5 Mrd. Euro und will weitere 700 Mio. Euro selbst aufbringen. Langsam sickert durch, dass es sich bei den 700 Mio keineswegs um eigenes Kapital handelt. Magna verlangt für 200 der 700 Mio. Euro staatliche Bürgschaften, die restlichen 500 Mio. Euro seien Schuldtitel, die zu einem definierten Zeitpunkt in Stamm- oder Vorzugsaktien umzuwandeln sind (sogenannte Mandatory Convertibles). Aus Regierungskreisen verlautet, dass Kanzlerin Angela Merkel bei einem Telefonat mit dem russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin deutlich gemacht habe, dass man ein stärkeres finanzielles Engagement des russischen Magna-Partners, der staatlich kontrollierten Sberbank, erwarte. Der russische Ministerpräsident  Putin habe sich zurückhaltend geäußert, hieß es.
Neu im Bieter-Boot: Der chinesische Auto-Konzern BAIC. „Eine solche Interessensbekundung liegt seit heute abend vor“, so ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums.
 
26.05.2009: Fiat bessert sein Angebot nach: Fiat-Chef Marcchionne sagte nach einem Gespräch mit Außenminister Steinmeier in Berlin, das überarbeitete Konzept sehe Bürgschaften von sechs Milliarden Euro vor. Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg betont, er sei von keinem Konzept der drei Interessenten überzeugt. Der existenzbedrohte GM-Konzern steht kurz vor der Entscheidung über eine Insolvenz. Spätestens in der Nacht zum Mittwoch muß die Gläubigerversammlung ihre Zustimmung zu einem milliardenschweren Schuldenverzicht geben. GM steht bei den Gläubigern mit rund 27 Milliarden Dollar in der Kreide.

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Chronik: Die Opel-Rettung (Teil 8)

25.05.2009: Die Zeit drängt. Die Bundesregierung will zur Wochenmitte die Weichen für die Rettung des angeschlagenen Autobauers Opel stellen. Ein Supergipfel aller beteiligten Bundesminister, Vertreter der Länder mit Opel-Standorten sowie Vertreter der drei Bieter unter Leitung von Bundeskanzlerin Angela Merkel wird im Kanzleramt geplant. US-Präsident Barack Obama sieht die Zukunft des Konzerns inzwischen etwas zuversichtlicher. Das Engagement der US-Regierung liege inzwischen bei rund 15 Milliarden Euro.
Der Zweikampf zwischen Fiat und Magna geht weiter. Beide Bieter signalisierten am Wochenende Nachbesserungen vor allem bei Stellenabbau in Deutschland. Der offener Streit über die Möglichkeit einer Insolvenz von Opel innerhalb der großen Koalition gerät immer mehr an die öffentlichkeit.
 
24.05.2009: Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) fordert die drei Opel-Bieter in einem Handelsblatt-Interview auf, die Ernsthaftigkeit ihrer Angebote durch den Einsatz eigenen Kapitals zu untermauern. „Wir wollen motivierte Unternehmer als neue Eigentümer haben. Der beste Weg diese Motivation zu zeigen ist, dass man selbst etwas riskiert.“ GM räumt ein, weitere vier Milliarden Dollar aus Washington für die Schuldentilgung an Zulieferer und Händler erhalten zu haben. Die Staatshilfen an die Autobauer in Detroit überschreiten nun 30 Milliarden Dollar.
 
23.05.2009: Im ersten Interview nach seiner Wiederwahl bezeichnet Bundespräsident Horst Köhler Staatshilfen für den angeschlagenen Autobauer Opel nur bei einem überzeugenden Rettungskonzept als „vertretbar“. US-Präsident Barack Obama zeigt sich zuversichtlich, dass die angeschlagene Opel-Mutter General Motors nach der Sanierung wieder auf den Erfolgsweg zurückfindet.
 
22.05.2009: General Motors droht im Kampf gegen eine Insolvenz ein schwerer Rückschlag. Die US-Regierung forderte die Gläubiger erneut zu Zugeständnissen auf. Jeder müsse etwas beitragen, so auch die Kreditgeber, sagte Austan Golsbee, Wirtschaftsberater von Präsident Barack Obama. Die Gläubiger des US-Autobauers wollen den vorgeschlagenen Umtausch ihrer Schulden in Unternehmensteile jedoch ablehnen
Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers (CDU) lehnt das Magna-Konzept ab. Das Land Nordrhein-Westfalen könne nicht zustimmen. Grund sind die Pläne von Magna, vor allem im Bochumer Werk Stellen zu streichen.
Opel-Mitarbeiter wollen die Liquidität ihres Arbeitgebers durch Lohnverzicht sichern. Die Belegschaft im Stammwerk Rüsselsheim und im Testzentrum im hessischen Rodgau-Dudenhofen werde im Mai und Juni jeweils 1,5 Tage arbeiten, ohne dafür Geld zu erhalten, so Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz. Im Gegenzug sollen die Mitarbeiter zwischen Weihnachten und Neujahr sechs Tage bezahlten Sonderurlaub nehmen dürfen. „Die Verzinsung beträgt also 100 Prozent“, so der Opel-Gesamtbetriebsratschef.

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Chronik: Die Opel-Rettung (Teil 7)

21.05.2009: GM einigt sich mit der Gewerkschaft im Ringen um Milliardenforderungen für den Gesundheitsfonds der Betriebsrentner und um niedrigere Lohnkosten. Größte ungeklärtes Problem ist für General Motors nun noch der milliardenschwerer Streit mit den Gläubigern.
Die italienische Zeitung „La Stampa“ zitiert den Fiat-Chef Sergio Marchionne: „Bei Opel haben wir eine Wahrscheinlichkeit von über 50 Prozent, zum Zug zu kommen.“ Das Turiner Fiat-Angebot gelte für das europäische Geschäft der deutschen General-Motors-Tochter und deren britische Schwester Vauxhall. Einzelheiten waren nicht zu erfahren. Der österreichisch-kanadische Autozulieferer Magna legte laut der „Rheinischen Post“ zusammen mit dem russischen Autobauer Gaz ein übernahme-Konzept beim Bundeswirtschaftsministerium vor.
 
20.05.2009: Details über den wahrscheinlichen Ablauf einer drohenden Insolvenz von General Motors werden bekannt. So verlautet, dass die gesunden Teile der Opel-Mutter in ein neues Unternehmen ausgegliedert werden sollen, das zunächst der US-Regierung gehört. Ziel der US-Regierung sei die schnelle Schaffung einer gesunden Unternehmenseinheit, damit Kunden das Vertrauen in die Marke GM nicht verlieren und weiter deren Autos kaufen.
Heute um 18 Uhr endet die Frist für die Konzeptvorlage potenzieller Opel-Investoren. Die Entscheidung über einen Investor für den Autobauer Opel wird nach Einschätzung von Betriebsratschef Klaus Franz einige Zeit in Anspruch nehmen. „Dieser Prozess wird mehrere Wochen dauern, bis man sich auf einen finale Entscheidung einigt“, so Franz.
 
19.05.2009: Vertreter der Bundesregierung und deutscher Banken haben sich eine Brückenfinanzierung für Opel geeinigt, wie es aus Regierungskreisen in Berlin verlautet. Die Investorenfrage muss noch geklärt werden.
Unterdessen versucht Fiat-Chef Sergio Marchionne die Gewerkschaften auf seine Seite zu ziehen. Wie die IG Metall in Frankfurt am Main bestätigte, wird sich Gewerkschaftschef Berthold Huber am Dienstag mit Marchionne zu einem Gespräch treffen.
Auf die Frage, ob Opel unter allen Umständen durch die Bundesregierung gerettet werde, antwortete Unions Fraktionschef Volker Kauder in einem Handelsblatt-Interview: „Nein. Auch die Treuhand-Lösung ist keine Bestandsgarantie für Opel. Wenn am Ende keine Lösung mit einem der beiden Investoren, Fiat oder Magna, gefunden wird, ist eine geordnete Insolvenz von Opel natürlich weiter möglich.“

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Licht auf der Straße

Sie fällt nur auf, wenn sie aus ist. Die öffentliche Straßenbeleuchtung. Zu normal erscheinen uns die Leuchte auf dem nächtlichen Heimweg. Vier Milliarden Kilowattstunden Strom verbraucht die öffentliche Beleuchtung pro Jahr. Mehr als zwei Millionen Tonnen des klimaschädlichen Kohlendioxids wird so in die Atmosphäre entlassen. Der Druck auf die Kommunen, sich nun schleunigst nach Alternativen umzuschauen, wächst. Aktuell werden Quecksilberdampf-, Natriumdampf- und Metallhalogenlampen eingesetzt. Stromverbrauch – aber vor allem auch die Lebensdauer sind wichtige Faktoren bei der Auswahl der Lampen. Es lag auf der Hand, dass sich Tüftler nun Leuchtdioden (LED) als neue Lichtquelle vornehmen.

„LED wird den Markt in fünf Jahren dominieren“, so Ulrich Fischer-Hirchert, Professor für Telekommunikation an der Hochschule Harz in Wernigerode. Seine Mitarbeiter haben eine neue Straßenbeleuchtung entwickelt: Ein flexibles Aluminiumgehäuse, das mit 72 Leuchtdioden bestückt ist.

„Im Vergleich zu Natriumdapfleuchten liegt der Stromverbrauch mindestens 40 Prozent niedriger“, so die Aussage des Entwicklungsfachmann Christian Reinboth. Durch eine Dimmung sollen sogar 60 Prozent möglich sein. Auch in der Lebensdauer mit 50 000 Stunden, was eine Betriebsdauer von fast 13 Jahren entspricht, punktet die LED-Lampe.

Aktuell liegt die Anschaffung einer solchen Lampe mit 600 bis 700 Euro pro Stück rund doppelt so hoch wie eine herkömmliche Straßenleuchte. Somit amortisiert sich die Investition erst in drei bis fünf Jahren. Die Stadtkämmerer, die jeden Cent drei mal umdrehen müssen, scheuen sich davor. Christoph Mordziol vom Umweltbundesamt nennet noch einen weiteren Grund: „LED hat bisher  nicht das gehalten, was die Hersteller versprochen haben“. Gemeint sind damit hauptsächlich die LED-Leuchten für den Haushalt, die nur spärlich anderen Lampen den Rang ablaufen.

Im Bereich der elektrischen Straßenbeleuchtung kann dies in absehbarer Zeit anders werden. Aufgrund zunehmender EU-Beschränkungen  für Dampflampen kann die LED-Technologie der richtige Weg sein. Laut einer Studie der Bundesregierung ist ein Drittel der Straßenbeleuchtung in Deutschland 20 Jahre oder älter. Nur drei Prozent werden jährlich erneuert. Sollte das Aus für Dampflampen vor der Tür stehen, wird das Thema schlagartig brandaktuell. Dann entsteht ein Riesenmarkt – sozusagen über Nacht.

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Chronik: Die Opel-Rettung (Teil 6)

18.05.2009: Verbrannter Name: General Motors benennt seine Bank um. Die Umbenennung der bisherigen GMAC Bank in Ally Bank solle ab sofort starten, bestätigte eine Sprecherin des Unternehmens dem „Wall Street Journal“. Fiat will nach dem Einstieg beim insolventen US-Konzern Chrysler mit dem GM-Europageschäft zum zweitgrößten Autohersteller der Welt aufsteigen. Dabei sollen die GM-Marken Opel, Vauxhall und Saab erhalten bleiben. Fiat-Chef Sergio Marchionne betonte, der Plan sei „fast fertig“ und werde bis zum 20. Mai in Berlin vorliegen.
 
16.05.2009: Offener Schlagaustausch in Berlin. Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg wirft der SPD vor, das „Thema Opel“ vorwiegend unter Wahlkampfaspekten zu behandeln. „Nahezu jede äußerung (von SPD-Politikern) scheint von Wahlkampfgedanken geprägt zu sein und trägt die Gefahr in sich, die Verhandlungsposition von Opel zu schwächen“, warnte er. SPD-Fraktionschef Peter Struck signalisiert Sympathie für das Magna-Konzept. „Die Idee von Magna, auf die osteuropäischen Märkte abzuzielen, halte ich jedenfalls für sinnvoll“, sagte der SPD-Politiker. „Er muss allen Beteiligten mehr Druck machen.“, so Struck gegenüber Bundeswirtschaftsminister zu Guttenberg. Der Wirtschaftsminister solle beherzter an die Opel-Rettung herangehen. Auf keinen Fall dürfe er aber alleine über einen Opel-Investor entscheiden. Das sei eine Sache von Kanzlerin, Vizekanzler sowie Finanz-, Wirtschafts- und Arbeitsminister.
 
15.05.2009: Die staatlich kontrollierte russische Sberbank äußert sich erstmalig zu einem möglichen Einstieg bei Opel und erwägt eine Beteiligung an einem Gebot für Opel, so Konzern-Chef German Gref . Das Management prüfe in diesem Zusammenhang Unterlagen. In den USA stehen immer mehr Zeichen auf Insolvenz des Mutterkonzern General Motors (GM). Das von Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) als eine übergangslösung vorgeschlagene Treuhand-Modell für den europäischen GM-Teil mit der Hauptmarke Opel findet zwar Unterstützer aus der deutschen Politik, stößt aber Medienberichten zufolge in den USA auf Widerstand. Das Treuhand-Modell der Bundesregierung sieht vor, dass bei einer Insolvenz des amerikanischen Mutterkonzerns General Motors die Anteile von GM an Opel bei einem Treuhänder geparkt werden. Damit bliebe der Regierung Zeit bei der Suche nach einem Investor. Unterdessen will sich General Motors in mehreren Schritten von fast 2 400 US-Händlern trennen, was einen Abbau von fast 40 Prozent des Händlernetzes bedeuten würde.

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Chronik: Die Opel-Rettung (Teil 5)

14.05.2009: Die Insolvenz zeichnet sich ab. „Das ist wahrscheinlich“, so GM-Chef Fritz Henderson.
 
12.05.2009: Mehrere GM-Topmanager verlieren das Vertrauen und GM und verkaufen panikartig ihre Aktien, darunter auch Europa-Chef Carl-Peter Forster. Die Aktie befindet sich im freien Fall.
Opel plant dem Dacia Logan Konkurrenz zu machen. Entsprechende überlegungen, ein eigenes Auto auf Basis des Corsa im unteren Marktsegment in Eisenach zu produzieren, bestätigte ein Firmensprecher. Die Reaktivierung des Markennamen „Wartburg“ könnte möglich sein.
 
11.05.2009: General Motors will noch im laufenden Monat einen Partner für die deutsche Tochter Opel finden, so GM-Chef Fritz Henderson. Dass dieser auch der Bundesregierung zusagen soll, ist keine uneigennützige Geste. GM will an deutsches Steuergeld: „Das ist wichtig und dringend.“
Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg sucht auf einer dreitägigen Reise in die Golfregion nach finanzstarken Investoren. „Wir prüfen Investitionen rund um den Erdball“, sagte der Wirtschaftsminister der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) Mohammed bin Said al-Manssuri. Guttenberg erklärte: „Ich habe mich mit ihm über die unterschiedlichen Automobilfirmen in unserem Lande ausgetauscht, auch solche die derzeit in der Diskussion stehen.“
 
08.05.2009: Bundeswirtschaftsminister Karl Theodor zu Guttenberg wirbt in der Golfregion in Abu Dhabi und in Riad um Investitionen in Deutschland. „Der generelle Aufbau von Kontakten in der Region steht im Vordergrund“, so Guttenberg.
 
07.05.2009: General Motors verkündet weiter erschreckende Zahlen. Im ersten Vierteljahr erlitt der US-Autobauer einen Verlust von sechs Milliarden Dollar – fast doppelt so viel wie vor einem Jahr.
Details aus dem übernahmeplan des italienischen Autobauers Fiat für Opel werden bekannt. Die Opel-Zentrale soll in Rüsselsheim bleiben. Dem Konzept geht es weniger um Opel, sondern vielmehr um das gesamte GM-Geschäft. Unter anderem um die schwedische GM-Marke Saab.
 
06.05.2009: Der an einem Einstieg beim Autobauer Opel interessierte Zulieferkonzern Magna meldet einen drastischen Umsatzeinbruch mit einem Minus im ersten Quartal von 200 Millionen Dollar. Das Opel-Angebot hält Magna aufrecht. Für die deutsche GM-Tochter Opel wird die Suche nach einem Investor immer drängender. Zum 26. Mai muss General Motors eine Einigung mit den Gläubigern erzielen, sonst droht die Insolvenz des Konzerns.

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